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Wissenswertes für Neulinge    

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   Wann ist eine Aufstellung hilfreich?
   Was ist ein System?
   Ordnung im System
   Recht auf Zugehörigkeit
   Familiensystem
   Schulsystem
   Arbeitswelt
   Ein ganzer Ort
   Ein ganzes Tal
   Die ganze Menschheit
   Wie geht eine Aufstellung vor sich?
   Neue Familienordnung


Wann ist eine Aufstellung hilfreich?

Aufstellungen können bei allen denkbaren Problemstellungen Verbesserungen bewirken, denn sie bringen die Wahrheit, die jeder Mensch in sich trägt, über lebende Darsteller ans Licht. Diffus ahnen sehr viele problembehaftete Menschen, dass etwas in ihrem Leben nicht stimmt, aber sie können die wahre Ursache selbst nicht erkennen und deuten. Aufstellungen bringen Klarheit und Richtung.

Bert Hellinger, Jahrgang 1925, hat Philosophie, Theologie und Pädagogik studiert. Nach seinen Austritt aus einem katholischen Missionsorden wurde er Psychoanalytiker und kam über die Gruppendynamik, die Primärtherapie, die Transaktionsanalyse und verschiedene hypnotherapeutische Verfahren zu der ihm eigenen System- und Familienaufstellung. Hellinger fand durch genaues Beobachten der Menschen heraus, dass viele Probleme unterstützt oder sogar verursacht werden von Verstrickungen in der Herkunftsfamilie und dass diese Verstrickungen heraufwirken in die Gegenwart, hinein in Beruf und  Beziehungen, die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen und so die Lebenskraft der Betroffenen schwächen.

Beispiele, bei denen Aufstellungen hilfreich sein können:

* Lang anhaltende Krankheiten und Unfallhäufigkeit

* Angstzustände

* nicht vollendete Trauer nach dem Tod naher Angehöriger

* auffälliges Verhalten von Kindern und Jugendlichen in Familie und/oder Schule

* Lernblockaden von Schulkindern/-jugendlichen

* Scheitern oder fehlender Erfolg im Beruf und in Geldangelegenheiten

* Partnerprobleme, Partnerwunsch

* unerfüllter Kinderwunsch

* Suchtverhalten

* Selbstmordgedanken

* bei wichtigen Entscheidungen

* u.v.m.
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Was ist ein System?

Jedes menschliche Zusammenwirken bildet ein System. Das kleinste System ist die Familie. Aus den Mitgliedern von Familien entstehen die äußeren Systeme wie Kindergarten, Schule, Arbeitswelt, Vereine, die Bewohner eines Straßenzuges, ein ganzer Ort, ein ganzes Land, ein ganzer Staat, ein ganzer Kontinent, schließlich die ganze Welt.

Je mehr Menschen gewillt sind, im eigenen Familiensystem Ordnung zu schaffen, desto mehr geordnete Menschen befinden sich in den Außensystemen. Alle Schwierigkeiten in Außensystemen zeigen sich bei Menschen aus ungeordneten Familiensystemen. Die Unordnung des Familiensystems wiederholt sich nur und begegnet uns „draußen“ im Leben. Die Seele führt diese Gruppen zusammen.

Alle Mitglieder eines Systems sind aneinander gebunden wie die Teile eines Mobiles. Wenn ein Teil beginnt, sich zu bewegen, kommt „Unruhe“ in die Gruppe. Es entsteht Bewegung, die das Potential zur Lösung in sich birgt. Wer die Unordnung in einem äußeren System ordnet, kommt am Ende mit sich selber in Kontakt. In Aufstellungen mit menschlichen Darstellern wird die Lösung schrittweise gefunden oder ordnet sich über die Darsteller auch von selber, ohne dass jemand eingreift.
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Ordnung im System

Unser Zusammenleben unterliegt Ordnungen, die uns vorgegeben sind, bis sich neue Ordnungen zeigen. Das Leben ist immer in Bewegung. Diese Ordnungen wirken in der Seele wie eherne Gesetze und nehmen die Mitglieder eines Systems durch die Bindung aneinander in den Dienst. Die Bindung sichert uns die Zugehörigkeit zum System und wird von den Mitgliedern mit tiefer Liebe und ohne Schuldgefühle wahrgenommen. Das Gewissen zwingt uns in die Bindung.

Guten Gewissens der Gruppe gegenüber werden wir krank, scheitern wir in unserem Beruf und in unseren Beziehungen. Wir können nur schlechten Gewissens herauskommen aus Krankheit oder Scheitern.

Oft zeigen sich in der Familie Widerstände gegen die Bewegung. Dann hat der Lösungswillige sich selbst gegenüber die Wahl, sich zu verabschieden, ohne Bedauern oder gemeinsam mit den anderen im Ungelösten zu bleiben. Der Bindungsliebe zu widerstehen und sich der Liebe zu sich selber zu stellen erfordert ein hohes Maß an Kraft und Ausdauer. Am Ende steht einer, der sich traut, sich zu verabschieden allein auf eigenen Füssen. Dies führt zum Erwachsensein.

Werden die Ordnungen wieder hergestellt, und alle, die dazugehören, wieder in den Blick gerückt, bis es allen Mitgliedern wieder gut geht, also "alles in Ordnung" ist, kann bei den Betroffenen ein neues inneres Bild nach einer Weile in der Außenwelt Veränderungen zum Guten bewirken.
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Recht auf Zugehörigkeit

Jedes Mitglied hat dasselbe Recht auf Zugehörigkeit. Geht ein Mitglied eines Systems verloren, indem es vergessen, verachtet oder totgeschwiegen wird, so nimmt sich die Ordnung ausgleichend eines oder mehrere andere Mitglieder, oft in der nächsten Generation zu Hilfe, die an das ausgeklammerte Mitglied erinnern, indem sie es vertreten. Die Dynamik für den Nachgeordneten lautet hier: Lieber bin ich ausgeschlossen als du.

Ebenso nehmen die Mitglieder eines Systems wahr, wenn es ein anderes aus dem System hinauszieht, sei es zu einem Toten aus der Familie oder in eine andere, frühere Bindung, die nicht gelöst ist, hier spielen oft frühere Partner von Eltern und Großeltern eine Rolle. Stellt sich das betroffene Mitglied diesem Zug nach außen nicht, so wird er über Generationen von den Nachkommen übernommen.
Die Dynamik lautet hier: Lieber verschwinde ich, als du, ich übernehme das für dich.

Verliert jemand als Kind einen Elternteil, wird dieser häufig von einem eigenen Kind vertreten. Dieses Kind kommt dann in eine Rolle, die ihm schadet, weil es für die Eltern Elternfunktion übernehmen muss (Parentifizierung). Das Kind kann dadurch dem natürlichen Lauf des Lebens, nämlich zuerst klein, und dann groß, nicht folgen. Es muss eine seelische Entwicklungsstufe überspringen, die ihm später fehlt. Ist das Kind-Sein aus der Kindheitsstufe unvollendet, fehlt dem später Erwachsenen die Kraft für sein Leben, weil er nun selbst erfüllen muss, was die Eltern zu leisten verpflichtet gewesen wären. Jeder Mensch tut dennoch aus seiner Sicht das Beste. Wüsste er es besser, würde er es besser machen (Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß). Erst wenn er es besser weiß und trotzdem sein Handeln nicht verändert, macht er sich „schuldig“ gegenüber anderen im System.

Verstrickungen unterliegen einer gewissen Gesetzmäßigkeit und sind trotzdem niemals 1:1 von einem System auf das andere übertragbar. Jede Aufstellung ist einzigartig und neu, so wie jeder Mensch einzigartig ist.  Dynamiken sind völlig unbewusst, sie zeigen sich nur am Leid, Unglück oder Misserfolg, Krankheit oder sogar Tod, die eine Missachtung der vorgegebenen Ordnung hervorbringt....

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Familiensystem

Die Mitgliedschaft gilt für Tote gleichermaßen wie für Lebende.

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Schulsystem

Auch in Klassenverbänden entsteht Unruhe, wenn Mitglieder verloren gehen oder jemand ein besonderes Schicksal trägt, Kompetenzen und Hierarchie nicht harmonieren. Schulleitungen und Lehrkräften bietet sich die Möglichkeit, mit Aufstellungen supervisorisch Hintergründe für Unruhe aufzudecken.

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Arbeitswelt

Auch Dienstleistungsbetriebe sind Systeme, dann steht statt des Produkts die Aufgabe.

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Ein ganzer Ort

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Ein ganzes Tal

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Die ganze Menschheit

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Wie geht eine Aufstellung vor sich?

Die Wahrheit ist in uns und in allen Dingen. Alles was uns umgibt ist beseelt und hat eine „innere Stimme“, die lebendig wird, wenn man aufstellt. Daher kann alles aufgestellt werden. Menschen, Gebäude, Länder, Krankheiten, Gefühle usw.

Ein Betroffener, der Lösung will für ein Problem, trägt das Anliegen in einigen Sätzen der Aufstellungsleiterin vor. In gesammelter Haltung lässt diese sich ein auf die Wahrnehmung der eigenen Seele und auf die Seele des Betroffenen und seiner Familie. Dann bittet sie die Person, aus einer Gruppe sich fremder Personen je einen Stellvertreter/eine Stellvertreterin für sich, für Personen aus ihrer Familie und je nach Situation auch Gebäude, Symptome, ein Heimatland etc. auszuwählen und im Raum zueinander in Beziehung zu stellen. Das innere Bild, das ein Betroffener mit sich trägt, wird so nach außen hingestellt und kann angeschaut werden. Die Darsteller/Innen kommen in ein Wahrnehmungsfeld das dem entspricht, den sie darstellen. Die Kursleiterin begibt sich in dieses Feld des dargestellten Systems und lässt sich von ihm leiten. Der Lösungsweg kommt aus der Seele des dargestellten Systems. Schrittweise wird das Lösungsbild erarbeitet. Manchmal wird das gestellte Bild sich selbst überlassen und ordnet sich ohne dass eingegriffen wird. Am Ende kann der Betroffene seinen Stellvertreter ablösen und sich diesem geordneten Lösungsbild aussetzen. Manchmal werden Sätze gesprochen, die Erleichterung bringen, manchmal geht der Vorgang nur schweigend vor sich.

Die Lösung fällt uns zu, wenn wir dafür bereit sind.

Eine Aufstellung ist keine unmittelbare Handlungsanweisung. Der Same, der gelegt wird, geht von selber auf, zu seiner Zeit. Das geordnete Bild nimmt der Betroffene in seine Seele auf und nach einer Weile, wenn er der inneren Wirkung vertraut, kommt von seinem Inneren her ein Handlungsimpuls, der große Kraft hat. Plötzlich ist ihm klar, was fällig ist. Dieses Handeln ist selbstverantwortlich und ohne Fremdbestimmung. Manchmal geht das schnell, manchmal dauert es ein Jahr oder länger bis zur Umsetzung in der Wirklichkeit. Es ist jeder frei, die Lösung zu nehmen oder es zu lassen. Es gehört zur Würde und zur Freiheit des Menschen, sich selbst zu entscheiden, was mit ihm geschieht. Selbstverantwortung führt heraus aus Fremdbestimmung von Gruppen und „Vorbetern“.

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Neue Familienordnung

Die Familienordnung, die Hellinger gefunden hat, war mit der Jahrtausendwende vollendet. Wende heißt Umkehr. Die alte Ordnung war von Menschen gemacht und hat das viele Leid hervorgebracht. Mit der Jahrtausendwende kam jene Ordnung wieder ans Licht, nach der die Menschen der Urzeit lebten, die allen Menschen entspricht, unabhängig von Rasse, Kultur, Religion. Dies ist die Ordnung der Natur.

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