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Von Wissen und Können

Viele Menschen gehen in eine von anderen Menschen errichtete Schule, eignen sich dort vor- und aufgeschriebenes Wissen an, legen Prüfungen ab und bekommen ein Zeugnis für dieses Wissen, das sie sich angeeignet haben. Schwarz auf Weiß steht auf diesem Schein, was sie nun sind. Aus irdischer Sicht macht sie das groß und sie geben ihrem Beruf einen Namen und einen Titel. Ob sie auch Talent (Können) haben, zu dem was sie erlernt haben, steht nicht in dem Schein. Er enthält nur etwas über das Wissen. Schein-bar können diese Menschen jetzt, was sie tun. Andere Menschen bekommen eine Prüfung von einer höheren Instanz, oft erscheint sie in Träumen oder in Begegnungen. Manchmal kommt sie von den Toten. Der Prüfling muss selber entscheiden, was die Prüfung fordert, ohne Fragen, wie die Kinder in den Märchen muss er sich der Bewegung aussetzen. Die Handlungsimpulse kommen aus seinem Inneren, nicht von außen.  Am Ende zeigt sich die Lösung.

Solche Menschen legen Zeugnis ab vor dieser höheren Instanz für das Können, das in ihnen angelegt ist. Berufung hat keinen Namen, sie ist. Namenlos bleiben solche Menschen aus irdischer Sicht klein, gewöhnlich und un-scheinbar.

Jesus sagte:  „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“. Wir sind gerufen, das zu schulen, wozu wir berufen sind. Lerne, was du schon kannst. Wer den Beruf ausübt, der seine Berufung ist, wird darin nicht müde. Wir arbeiten um zu leben, und wir haben selber die Freiheit, das zu arbeiten, was wir am besten können und was uns am meisten Freude macht.

Von Begabung und Gabe

Mit Begabung meint man ein Talent, das einer hat zum Wohle vieler anderer. Er ist gefordert, es einzusetzen als Gabe damit es wirkt und reiche Früchte trägt, von denen auch er genährt wird. Jede Begabung ist kostbar und sie darf auch Bares kosten, denn was nichts kostet, ist nichts wert. Wer einem Geber den Ausgleich für seine Gabe schuldig bleibt oder verweigert, der straft sich selbst indem er heimlich sagt: „Ich nehme das Gegebene nicht an.“ Er fällt zurück ins Alte und die Gabe ging ins Leere. Der Geber ist es seiner Würde schuldig, den Ausgleich einzufordern, da die Begabung sich zurückzieht, wenn der Begabte sich nicht auch selber liebt indem er nimmt.

Das Richtige

Beim Richtigen sind wir in den Dienst genommen, der uns von einer größeren Kraft zugeteilt ist. Wir fügen uns damit ein als ein Rädchen in ein unsichtbar gesteuertes Gefüge. Wie in einem Zahnräderwerk sind die Räder unterschiedlich groß.

Doch sie sind alle gleich gültig, jedes für sich am richtigen Platz fügen sie sich ineinander. Sand kommt ins Getriebe und stört den Fluss der Bewegung, wenn einer sich weigert, den richtigen Platz im großen Ganzen einzunehmen. Wer groß ist, muss groß sein wollen und wer klein ist, muss klein sein wollen. Jeder hat die größte Kraft an seinem ihm gemäßen Platz.

Es nützt der ganze schöne Plan des Architekten nichts, wenn keiner da ist, der mit der Schaufel in der Hand das Werk auch in die Wirklichkeit umsetzen will und derjenige mit der Schaufel in der Hand hat keine Arbeit, wenn niemand da ist, der das Werk plant. So sind geistige und handwerkliche Arbeit gleichwertig und aufeinander angewiesen. Wer die „Perle in seinem Acker“ findet, lässt alles andere hinter sich, setzt alles auf diese eine Karte und braucht sich nicht zu sorgen, wie er die Mittel findet, seiner Berufung zu folgen. Sie fallen ihm zu.

Die richtige Frage

Ich stellte mir die Frage: „Wo ist die Un-Ordnung in unserer Ordnung, dass wir so viel Un-Ordnung haben?“ Die richtige Frage zu stellen war Teil meiner Prüfung vor einer höheren Instanz.

Meister und Schüler

Der Meister ist Meister, weil er auf dem Weg dorthin geschaut hat, nicht gelernt. So war er nie Schüler. Der Schüler, der nicht schaut, sondern lernt, wird aus dieser Abhängigkeit nie heraustreten und immer Schüler bleiben.

Das Handwerk will gelernt und geübt sein. Wer die Quelle des Meisters eines Tages verlässt, dem wird die Öffnung der eigenen Quelle geschenkt, er wird „erkannt“. Er fügt dem, was er zuvor vom Meister erhielt, sein eigenes hinzu und führt das Werk in neuer Fülle weiter. Den Meister lässt er hinter sich. Wer keine eigene Quelle hat, ist gefordert, sich in Demut von dem Werk zurückzuziehen, das er meinte, ausüben zu dürfen. Wer ewig an den Noten hängt, spielt niemals virtuos.

Die Dauer

Dauern kann etwas nur, wenn wir es dauernd erneuern.
Zum Beispiel muss in jeder Firma die neue Generation etwas an dem Produkt, das der Gründer hervorgebracht hat, verändern. Wer nicht geht mit der Zeit, der geht - mit der Zeit.

Das Alte muss sich auch vollenden wollen, wenn seine Zeit vollendet ist. Es steht dem Neuen im Weg. Die Weigerung, dem Ende zuzustimmen, schadet dem, was kommen will. Manchmal braucht es eine Handlung und eine Zumutung durch das Neue an das Alte, damit es geht. Die Zumutung an das Alte, sich zurückzuziehen dient dem Aufblühen des Neuen. Das Alte zeigt sich dann entlastet, wenn ihm der Rückzug zugemutet wird.

Geordnete Ordnung

Die alte Familienordnung ist vollendet. Wird weiterhin nach ihr gearbeitet, zerstört sich das Werk durch die Weigerung, Neuem zuzustimmen selbst, denn wenn die Ordnung nicht mehr stimmt, stimmen auch die Lösungen nicht mehr. Die Seele führt.

Die Ordnung, die sich zu Beginn des Familienstellens zeigte, war von Menschen gemacht und hat mit der Jahrtausendwende ihre Vollendung gefunden. Die alte Ordnung brachte im Zusammenleben in den Familien Unordnung hervor, die beim Familienstellen ans Licht kommt. Wenn wir in der alten Ordnung bleiben, werden auch alle zukünftigen Generationen ein Übermaß an Unordnung erleben und es wird des Schlimmen kein Ende. Diese Ordnung ist vorbei und muss sich zurückziehen zugunsten einer Ordnung, die für alle Menschen gilt. Das ist die Ordnung der Natur. Wende heißt Umkehr. Die alte Ordnung war verkehrt. Vor zweitausend Jahren trat einer vor die Menschen hin und sagte: „Kehrt um!“ Doch er wurde nicht verstanden. Zu Beginn des dritten Jahrtausends unserer Zeitrechnung, die mit der Geburt jenes Menschen Jesus begann, zeigt sich, dass wir eine neue Chance zur Umkehr haben. Die Ordnung will in Ordnung kommen. Die Ordnung der Natur ist dieses Neue, das dem Gewesenen folgt und sie ist das, was die Aufstellungsarbeit weiterträgt zum Wohle vieler.

Die Lösung

Die Lösung zeigte sich in der Umsetzung der Ordnung der Natur im gewöhnlichen Alltag im Zusammenleben mit Mann und Kindern. Dann überprüfte ich sie in Familienaufstellungen. Feedback einer Seminarteilnehmerin: "Es ist ein Wunder geschehen, als wären wir erwacht aus langem Schlaf."